Buch- und Medienpraxis: Ein Erfahrungsbericht

Von Janina Rehschuh (2016/2017)

Absolventen und Studenten vieler Geisteswissenschaften kennen das:  Dass man dann wohl Lehrer werden wolle, wird häufig vorausgesetzt. Umso größer ist das Erstaunen, wenn man anmerkt, dass man keineswegs vorhabe, in den Schulbetrieb zu gehen. Ja, und was machst du dann damit? So lautet eine häufig gestellte Frage.

Nun, es gibt ja glücklicherweise eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Um die Entscheidung in der Vielzahl an Alternativen zu erleichtern, bietet die Goethe-Universität Frankfurt das Fortbildungsprogramm Buch- und Medienpraxis an. In zwei Semestern gewähren Dozent*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Medien- und Kulturlandschaft einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Ich muss gestehen, ich war ziemlich gespannt, als ich am 31.10.2016 mein erstes Seminar besuchte. An drei Abenden in der Woche sollten wir uns intensiv mit den Kursen Buchgestaltung, Pop- und Autorenradio, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Hörfunkredaktion Kultur, Ausstellungskonzeption und Lektorat befassen.

Schon nach wenigen Wochen war klar: Hier behandeln wir nicht nur theoretische Inhalte, sondern sammeln echte Praxiserfahrung. Im Seminar ‚Presse- und Öffentlichkeitsarbeit‘, geleitet von Horst Martin, vertraten wir beispielsweise verschiedene Institutionen in dem fiktiven Projekt „500 Jahre Reformation“ und erlernten so die Kommunikation eines Unternehmens anhand von Grußworten, Pressemeldungen und Infoblättern. Eine simulierte Pressekonferenz bildete den Abschluss des Seminars.

Der Kurs ‚Hörfunkredaktion Kultur‘ unter der Leitung von Jochanan Shelliem war nicht minder interessant. Wie gestaltet man einen Hörfunkbeitrag? Wie schreibt man für Hörer dramaturgisch interessant? Wie führt man ein Interview und wie erstellt man eine Reportage? Worauf kommt es beim Schnitt an? Das sind nur einige Beispiele, mit denen wir uns praktisch beschäftigt haben.

Lehrreich und spannend waren auch die übrigen Seminare. Unter der Leitung von Dr. Mahret Kupka entstand unsere eigene Ausstellung „Worte wie Waffen“ im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt. Klaus Walter führte uns in die Welt der Pop- und Autorenradiobeiträge ein mit dem Ziel, eine eigene einstündige Sendung zu gestalten. Uta Schneider brachte uns die Buchgestaltung näher und bei Sascha Michel lernten wir alles Wichtige rund um das Thema Verlagsarbeit und Lektorat. Mein Fazit nach dem ersten Semester: Es war viel zu tun, aber die Mühe hat sich gelohnt!

Im laufenden Sommersemester stehen die Themen Online-Publishing, Fernsehredaktion Kultur, Literaturkritik sowie Kulturmanagement auf dem Programm. So viel ich kann schon verraten: Es bleibt spannend!